Teuer wohnen im Wohnheim

Das soll mit den günstigen Wohnheimen passieren: Sie werden plattgemacht.

Das soll mit den günstigen Wohnheimen passieren: Sie werden plattgemacht.

“Das Studentenwerk Münster ist gerade dabei, einen der größten Umbrüche in seiner über 80jährigen Geschichte zu planen”, kritisiert Kurt Stiegler (AStA-Referent für Sozialpolitik). Der Hintergrund: Die Wohnheime Boeselager Straße, Stadtlohnweg, Horstmarer Landweg und das Wohnheim in Steinfurt sollen umgebaut bzw. abgerissen werden.

Das Studentenwerk geht offenbar davon aus, dass in Zukunft immer weniger bedürftige Studierende ein Studium aufnehmen könnten und deswegen besonders günstige Wohnheimplätze in der Preislage von 185 Euro nicht mehr angeboten werden müssten. Zur Zeit besitzt das Studentenwerk noch 1100 Wohnheimplätze in diesem Segment. Wird das Wohnheim Horstmarer Landweg mit zur Zeit 500 Wohnheimplätzen abgerissen und das Arnold-Janssen-Haus verkauft, wie in der letzten Verwaltungsratssitzung diskutiert, besitzt das Studentenwerk nur noch zirka 350 besonders günstige Wohnheimplätze.

“Die im Verwaltungsrat genannte Begründung für diese Schritte war, dass das Studentenwerk nicht daran glaubt, dass 2012 aufgrund des doppelten Abiturjahrganges mehr Studierwillige ein Studium an der Universität aufnehmen. Ferner würde der Anteil von ausländischen Studierenden aufgrund der Schließung des Studienkollegs massiv zurückgehen, so dass besonders günstiger Wohnraum nicht mehr vermietbar sei”, so Kurt. “Hierzu hat die Geschäftsführung des Studentenwerks eine Statistik vorgelegt, nach der die Fluktuation im günstigsten Wohnraumsegment besonders hoch wäre. Diese Statistik empfand der Verwaltungsrat allerdings nicht als glaubwürdig, daher soll sie auf der nächsten Verwaltungsratssitzung überarbeitet vorgelegt werden.”

Mit dem Abbau von besonders günstigem Wohnraum macht sich das Studentenwerk zum Erfüllungsgehilfen einer Politik, die Menschen von der Hochschule vertreibt, die sowohl qualifiziert als auch motiviert sind, aber nur über geringfügige finanzielle Ressourcen verfügen. Dies kann und darf nicht die Aufgabe einer Institution sein, die im wesentlichen von Studierenden finanziert wird und sich um die sozialen Belange der Studierenden kümmern soll. Das Studentenwerk hat nur noch eine Daseinsberechtigung, wenn es sich an den Anforderungen besonders bedürftiger Studierender orientiert. “Es ist doch absurd, wenn einerseits in der Stadt Münster problematisiert wird, dass zu wenig sozialer Wohnraum vorhanden ist, und andererseits der Bestand sukzessive von Seiten des Studentenwerks abgebaut wird”, mein Kurt.

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